KKHT Klubanlage: Ideal für Tennis und Feiern (Foto: Herbert Bohlscheid)
WTA Turnier: ein Mega-Event für alle Tennisfans der Region

Die COLOGNE OPEN sind Herausforderung und Chance zugleich für den KKHT
Turnier-Lizenzinhaber Oliver Mueller setzt auf kölsches Motto: „Schwaade un Fiere“

Newsletter: Herr Greiner, bei der letzten Mitgliederversammlung hatten Sie den Mitgliedern angekündigt, dass sich im Tennis in Kürze etwas Besonderes tun werde?
Florian Greiner: So? Hatte ich das?

NL: Na ja, so steht es jedenfalls im Protokoll. Und es geistert ja auch schon das eine oder andere Gerücht vom großen Tennis im KKHT durch die Mitgliedschaft.
Greiner: Also: Es ist geplant, ein WTA Turnier auf unserer Klubanlage stattfinden zu lassen.

NL: Das ist natürlich nicht nur für den Klub eine Sensation, sondern für alle Tennisfans der Region. Wem haben wir das zu verdanken?
Greiner: Das kann am Besten Herr Mueller beantworten. Er hat den Stein ins Wasser geworfen.
Oliver Mueller: Das ist richtig. Zumindest der erste Impuls kam von mir. Ich selber komme aus dem Tennis, habe früher auch gespielt und irgendwann gemerkt, dass ich wohl die Nummer eins der Welt wahrscheinlich doch nicht mehr werde. Und dann habe ich mich relativ schnell – weil ich ja auch Leistungstennis gespielt habe – entschlossen, Turniere zu veranstalten und das habe ich 15 Jahre lang gemacht. Jetzt bin ich mit meiner Frau seit drei Jahren in Köln. Da kam irgendwann mal der Gedanke, warum sollen wir nicht mal was ganz Großes nach Köln holen und es stellten sich die Fragen, kann man das überhaupt machen, was kommt da in Frage, wollen das die Menschen hier? Dann habe ich Herrn Greiner kontaktiert, um ein unverbindliches lockeres Gespräch zu führen und dabei auszuloten, ob die Idee eines großen Tennisevents auch im Klub auf fruchtbaren Boden fallen würde.

NL: Das war ja dann wohl auch der Fall, denn inzwischen ist – wie man hört – der Vertrag ja auch unterschrieben. Was beinhaltet der Vertrag außer einer Salvatorischen Klausel?
Greiner (lacht): Die gibt’s in jedem Vertrag. Aber im Ernst: Gegenstand des Vertrags ist die Veranstaltung eines WTA Turniers, also der Weltranglistenspielerinnen hier in Köln, als ein sportliches Aushängeschild in unserer Stadt außerhalb von Fußball und Eishockey und der Versuch, dem Tennis einen zusätzlichen Impuls zu geben. Da hängt natürlich unheimlich viel dran. Was bei uns von Anfang an da war, war die Faszination, an solch einem Event teilzuhaben. Das ist etwas, wofür Vereine wie wir auch stehen müssen. Da gibt es sicher die eine oder andere Sache, die etwas schwierig für uns wird, aber das muss man in Kauf nehmen, wenn man das große Ganze sieht und darauf freuen wir uns und sind auch sehr glücklich, dass wir den Schritt gewagt haben.

NL: Herr Mueller, können Sie als Lizenzinhaber schon sagen, wer bei diesem Turnier alles auflaufen wird?
Mueller: Es werden rund 60 Top-Spielerinnen aus 30 Nationen erwartet, Top 10-Player und weitere zahlreiche Nationalspielerinnen dabei sein.

NL: Wie schätzen Sie das Medieninteresse und den Zuspruch der Zuschauer hier in Köln ein?
Mueller: Wir haben bisher schon einen sehr großen Zuspruch aus der Region bekommen und auch eine Vereinbarung mit Ströer (Führendes Unternehmen der Außenwerbung in Deutschland, Anm. d. Red.) getroffen. Von der Marketingkampagne her werden wir das Turnier sehr wahrnehmbar auch in der Stadt präsentieren und möchten so schnell wie möglich in die Gesellschaften, in die Veedel, in die Schildergasse und so weiter gehen. Das soll ja kein Turnier werden, das dem Mueller gehört. Das soll was für Köln und das ganze Rheinland sein. Medienpräsenz ist entscheidend am Ende des Tages. Ansonsten: Wir werden alle Matches mit großem Aufwand für Bewegtbild produzieren.

NL: Ein solch großes Turnier mit Vorlauf und Abbau wird sicher auch Einschränkungen mit sich bringen, was den normalen Spielbetrieb einschließlich der Verbandsspiele betrifft. Gibt es dafür schon Lösungen?
Greiner: Wenn man solche Projekte angeht ist, es oft ein Vorteil, dass man nicht weiß, was alles auf einen zukommt. Wüsste man es, würden viele Projekte wohl gar nicht erst gestartet werden. Ich erinnere da an unsere Tennishalle. Manchmal muss einfach erst mal anfangen. Und wenn auf allen Seiten der Wille da ist, etwas zuwege zu bringen, dann wird sich auch immer irgendwo ein Weg finden. Natürlich ist ein WTA Turnier logistisch eine Herausforderung, aber da haben wir einen erfahrenen Partner an unserer Seite. Und was die Beeinträchtigungen für die Mitglieder betrifft, sind wir uns einig, dass diese so gering wie möglich gehalten werden. Wir werden auf jeden Fall Ausweichplätze zur Verfügung gestellt bekommen. Und fünf Plätze, 15 bis 19, werden wir auch behalten können. In der Turnierwoche selber steht die Anlage für uns als Zuschauer zur Verfügung, worauf ich mich auch total freue. Und auch während Auf- und Abbau werden Plätze so viel wie möglich zur Verfügung stehen. Da mache ich mir eigentlich keine Sorgen.
Mueller: Vielleicht zur Ergänzung: Wir bekommen eine sehr große Unterstützung des Tennisverbandes Mittelrhein, für die KKHT-Mannschaften in dieser Zeit keine Spiele anzusetzen. Wir bekommen auch Plätze vom TVM im Leistungszentrum für die Schwarz-Weiß-Mitglieder zur Verfügung gestellt. Man muss schon diese Herausforderungen aufnehmen und Lösungen parat haben. Und da haben wir in den letzten Monaten viel dran gearbeitet.
Greiner: Auch wenn Herr Mueller eben gesagt hat, das Turnier sei nicht seines und auch nicht das des Klubs, so hoffe ich natürlich schon, dass unsere Mitglieder das Wahnsinnsevent schon als ihr Turnier mitnehmen. Ich hoffe, dass unsere Kids als Ballkinder mitmachen und dass ein reges Interesse unserer Tennis- und Hockeybegeisterten vorhanden ist, zumal wir auch Vorzugspreise für die Karten bekommen. Denn viel mehr werden wir auf dieser Anlage nicht sehen.

NL: Unter welchem Namen wird das Turnier starten?
Mueller: Das Turnier wird als „COLOGNE OPEN“ aus der Taufe gehoben.

NL: Welche Herausforderungen und Auflagen hinsichtlich Klubanlage, Zustand der Plätze etc. kommen auf Sie und den Verein zu?
Müller (lacht): Wir machen alles neu! – Nein, wir haben natürlich schon besondere Auflagen der WTA bekommen, die sich die Anlage aus der Spieler- und Sportperspektive angeschaut hat. Und daran werden wir arbeiten. Aber das ist nur ein kleiner Teil des Ganzen. Viel, viel mehr ist eigentlich das Drumherum, was passieren muss. Die Leute müssen sich wohlfühlen, Motto: Kölsches Tennistainment „Schwaade un fiere“. Diese Mentalität müssen wir berücksichtigen. Es wird einiges getan werden, weil wir auch den Anspruch haben, mehr als nur Tennis zu bieten. Geselligkeit ist schon ein großer wichtiger Punkt.

NL: Geselligkeit ist in diesem Verein wohl nicht das Problem (Greiner und Mueller lachen).
Greiner: Deswegen sind wir ja auch der natürliche Partner für solch eine Veranstaltung. Aber es wird schon einige Umbaumaßnahmen auf der Anlage geben, die eine Nachhaltigkeit haben, denn wir gehen davon aus, dass das Turnier keine Eintagsfliege sein wird, sondern ein fester Bestandteil in unserem Turnierkalender.
Mueller: Am Anfang gibt es sicher viel zu optimieren, aber mit jedem weiteren Turnier wird es weniger und weniger, dann kommt man in einen gewissen Rhythmus. Trotzdem habe ich auch hier einen Anspruch, nämlich in jedem Jahr etwas Neues zu bieten, egal ob das was Größeres oder Kleineres ist. Wichtig ist, dass jeder Spieler und Besucher sieht: Da ist etwas, was letztes Jahr noch nicht da war.

NL: Auf wie vielen Tennisplätzen spielt sich das Turniergeschehen ab?
Mueller: Wir brauchen insgesamt drei Match Courts und drei Practise Courts. Das ist die Vorgabe. Es wird einen gewissen Sportbereich und einen Entertainmentbereich geben. Beides ist gut voneinander getrennt, weil man auf Lautstärke etc. achten muss, was den Sport betrifft. Aber natürlich sind auch die Wege wichtig, die die Menschen zurücklegen, wenn es darum geht, vom Platz nach Hause zu gehen. Wir wollen erreichen, dass die Zuschauer dann doch noch mal durch das Büdchendorf laufen und dort ein, zwei Kölsch trinken.

NL: Wie viele Zuschauer werden die Spiele auf der Anlage sehen können?
Mueller: Center-Court und freie Sitzplatzwahl, das funktioniert nicht zusammen, da haben wir einen anderen Anspruch. Wir sollten 2500 Tribünenplätze bauen. Dazu 28 Logen, 14 an jeder Längsseite. Ob das ausreicht oder ob wir auch noch die Kopfseiten mit einplanen, müssen wir noch prüfen. Greiner: Fakt ist: Bei diesem Turnier wird es eine ganze Menge positiver Dinge geben und darauf freue ich mich jetzt schon riesig.

NL: Vielen Dank für das Gespräch.
(Das Interview mit Oliver Mueller und Florian Greiner führte Herbert Bohlscheid)